Freitag, 17. April 2026

Die Kourtaliotis Schlucht


Im frühen Frühjahr noch geschlossen, geht es am (griech.) Ostermontag in die Schlucht.

Ein Schotterweg und am Ende 117 Stufen hinab geht es bis zur Schlucht. 

Dann wieder hinauf und das alles ohne jeden Schatten!




Die Schlucht ist 3 km lang mit 600m hohen Felsen.







Die bis zu 30m hohen Wasserfälle sind eiskalt.



Mit dem Auto fahren wir am Zufluss der Schlucht vorbei.



Das war das vorletzte Erlebnis auf Kreta. Danach ging es an der Westküste durch Rethymno, Georgiopoli und  Chania nach Kissamos, wo morgen die Fähre zur Peloponnes geht.

In Kissamos gehen wir noch ins archäologische Museum und machen am Strand eine besondere Entdeckung...

im nächsten Post.



Montag, 13. April 2026


    Ostern 


Warum ist das griechische Ostern eine Woche später???

Beim Konzil von Nicäa, 325 nach Chr., wurde beschlossen, dass Ostern auf den 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond im Frühlingsanfang fällt.

Der ist bei uns nach dem Gregorianischen Kalender der 21. März.

Bei den Orthodoxen Christen, also auch den Griechen, ist der Frühlingsanfang, nach dem Julianischen Kalender, der 3. April!

Wer mehr wissen will: 100-jähriger-kalender.com


In diesem Jahr war also das Griechische Ostern eine Woche nach dem Katholisch/Evangelischen Ostern. Für die Griechen ist es das höchste Fest im Kirchenjahr.




Noch in Elunda treffen wir auf eine Besonderheit: für das Osterfeuer wird die Verbrennung des Judas vorbereitet.





Am Karfreitag sind wir in Georgioupoli und gehen am Abend in die Kirche.  


Alle Leute strömen in die Kirchen, zünden Kerzen an, küssen Devotionalien und beten. Hier sieht man , wer in Georgiopouli lebt; arm und reich, klein und groß. 





Der Pope liest aus der Bibel. Er trägt weiß, sonst immer schwarz.









Wenn alle in der Kirche waren, wird der Christusschrein aus der Kirche und durch die Gemeinde getragen. 


Der Pope läuft voran und segnet alle Häuser. Die Gemeinde folgt. In Korinth, wo wir 2018 waren, trugen alle eine brennende Kerze. Wir waren hungrig und sehen die Prozession in der Taverne vorbeilaufen.



Am Samstag sind wir in Plakias an der Südküste bei Freunden, die eine Tauchschule haben. dive2gether.com

Wir fahren in der Gruppe ins Bergdorf Sellias. Gesänge und Litaneien erwarten uns schon und die Gemeinde wartet in und vor der Kirche. 



Von außen sieht diese Kirche nach nichts aus, ist innen aber sehr schön ausgemalt.





Wir erstehen 2 Kerzen und warten mit allen auf Mitternacht. Es wird aus der Bibel gelesen und laut übertragen.






Um Mitternacht trägt der Pope die heilige Flamme aus der Kirche und jeder gibt das Licht mit den Worten „Christus anesti!“ (Christus ist auferstanden) an andere weiter.





Dann gibt es ein großes Feuerwerk und das Judasfeuer.










Bergdorf Sellias

Die brennende Kerze  wird nach Hause getragen, beim Hausaltar aufgestellt und bis zur nächsten Fastenzeit gehütet.





Am Sonntag gibt es ein wunderbares gemeinsames Frühstück im Garten der Tauchschule.








Lamm und Huhn wurden am speziellen kretischen Gestellt gegrillt. 

Es heißt „Antichristus“.




Wir speisen, unterhalten uns in verschiedenen Sprachen, spielen Karten- und Wurfspiele und dürfen wunderschön bemalte Eier suchen.




Dienstag, 7. April 2026

Spinalonga

(Lies den Post davor noch einmal, denn über Oluos zu wissen, ist gut um die Geschichte von Spinalonga zu verstehen.)



Gestern also wollten die Kinder Bötchen fahren. So ging es von Elunda 20 Minuten über die Mirabellobucht nach Spinalonga.



Die Insel heißt eigentlich Kalydonalle nennen sie aber Spinalonga, der Name kommt von Stin Elunta = nach Elunda

Die Venezianer machten daraus Spinalonga.



In der Antike, als es noch das große, durch die Salzgewinnung bedeutende Oluos gab, wurde die Insel zum Schutz von Stadt und Hafen befestigt.


F. Basilicata, Spinalonga 1618
Oluos versank und Erdbeben taten ihr Übriges… 

1204 kauften (!) die Venezianer die Insel Kreta, verteidigten es und brachten Kultur.


Die Venezianer errichteten auf den Oluos - Ruinen auf Spinalonga im späten 16. Jh. eine mächtige Festung. Die Osmanen hatten Zypern erobert, man musste Kreta schützen und den Export von Salz, der noch immer funktionierenden Salinen von Olous sichern. (Krieg um Kreta 1640 - 1659)


Als die Osmanen schon längst Griechenland besetzt hatten, hielten die Venezianer  Spinalonga noch 50 Jahre länger, bis sie 1715 ausgehungert wurden.


Ab sofort wurden muslimische/türkische Soldaten angesiedelt. Die Exilgemeinde wuchs auf 1112 muslimische Bewohner an, die erst 1903 nach Kleinasien umgesiedelt wurden, weil man die Insel für anderes brauchte:


Die Leprakollonie


Am 13. Oktober 1913 kamen die ersten 251 Leprakranken auf die Insel, nach der Vereinigung Kretas mit Griechenland 1913 weitere.





Die Kranken zogen in die Häuser der Türken und lebten dort unter schwierigsten Bedingungen. Jede Woche starb mindestens einer und ein weiterer kam dazu.






Die hier Ausgesetzten gründeten eine Solidargemeinschaft, wo trotz Krankheit geheiratet wurde. Sie organisierten Schulen, Musikabende, Frisör und Spiele. 





Geschäfte und Tavernen entstanden. Aber hier geborene gesunde Babies von kranken Müttern wurden in die Athener Waisenhäuser gebracht. 😢



An einer Anlegestelle wurden Waren gebracht und im Desinfektionsraum diejenigen desinfiziert, die sie entgegennahmen, um den Skipper nicht anzustecken.


Ab 1948 hatte man neue Heilungsmethoden und Geheilte konnten die Insel verlassen, aber erst 1962 verließ der Letzte, ein Priester, die letzte Leprakolonie Europas.





Wir laufen einmal um die Insel und das Schiff, das uns abholt, umrundet sie nochmal in die andere Richtung.