Dienstag, 7. April 2026

Spinalonga

(Lies den Post davor noch einmal, denn über Oluos zu wissen, ist gut um die Geschichte von Spinalonga zu verstehen.)



Gestern also wollten die Kinder Bötchen fahren. So ging es von Elunda 20 Minuten über die Mirabellobucht nach Spinalonga.



Die Insel heißt eigentlich Kalydonalle nennen sie aber Spinalonga, der Name kommt von Stin Elunta = nach Elunda

Die Venezianer machten daraus Spinalonga.



In der Antike, als es noch das große, durch die Salzgewinnung bedeutende Oluos gab, wurde die Insel zum Schutz von Stadt und Hafen befestigt.


F. Basilicata, Spinalonga 1618
Oluos versank und Erdbeben taten ihr Übriges… 

1204 kauften (!) die Venezianer die Insel Kreta, verteidigten es und brachten Kultur.


Die Venezianer errichteten auf den Oluos - Ruinen auf Spinalonga im späten 16. Jh. eine mächtige Festung. Die Osmanen hatten Zypern erobert, man musste Kreta schützen und den Export von Salz, der noch immer funktionierenden Salinen von Olous sichern. (Krieg um Kreta 1640 - 1659)


Als die Osmanen schon längst Griechenland besetzt hatten, hielten die Venezianer  Spinalonga noch 50 Jahre länger, bis sie 1715 ausgehungert wurden.


Ab sofort wurden muslimische/türkische Soldaten angesiedelt. Die Exilgemeinde wuchs auf 1112 muslimische Bewohner an, die erst 1903 nach Kleinasien umgesiedelt wurden, weil man die Insel für anderes brauchte:


Die Leprakollonie


Am 13. Oktober 1913 kamen die ersten 251 Leprakranken auf die Insel, nach der Vereinigung Kretas mit Griechenland 1913 weitere.





Die Kranken zogen in die Häuser der Türken und lebten dort unter schwierigsten Bedingungen. Jede Woche starb mindestens einer und ein weiterer kam dazu.






Die hier Ausgesetzten gründeten eine Solidargemeinschaft, wo trotz Krankheit geheiratet wurde. Sie organisierten Schulen, Musikabende, Frisör und Spiele. 





Geschäfte und Tavernen entstanden. Aber hier geborene gesunde Babies von kranken Müttern wurden in die Athener Waisenhäuser gebracht. 😢



An einer Anlegestelle wurden Waren gebracht und im Desinfektionsraum diejenigen desinfiziert, die sie entgegennahmen, um den Skipper nicht anzustecken.


Ab 1948 hatte man neue Heilungsmethoden und Geheilte konnten die Insel verlassen, aber erst 1962 verließ der Letzte, ein Priester, die letzte Leprakolonie Europas.





Wir laufen einmal um die Insel und das Schiff, das uns abholt, umrundet sie nochmal in die andere Richtung.